Einstein weiterdenken

Verständliche Forschung am Mittwoch

23. Oktober 2013

Eine öffentliche Vortragsreihe im November 2013 am Albert-Einstein-Institut (AEI) in Hannover umfasst einige der spannenden Forschungsfelder, an denen die Wissenschaftler des AEI unter dem Motto "Einstein weiterdenken" arbeiten. An vier Mittwochabenden im November laden die Forscher alle Interessierten jeweils ab 18:00 Uhr zu allgemeinverständlichen Vorträgen ins AEI ein. Dabei geht es neben einer virtuellen Besichtigung des Gravitationswellendetektors GEO600 bei Hannover auch um das federführend am Institut entwickelte Weltraumobservatorium eLISA. Außerdem erfahren Sie wie Sie gemeinsam mit anderen Freiwilligen aus aller Welt am PC astronomische Entdeckungen machen können und wie die paradoxe Quantenwelt Kommunikation in Zukunft sicherer machen kann.

Wo?
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik
(Albert-Einstein-Institut)
Callinstraße 38
30167 Hannover
Raum 103 (vor Ort ausgeschildert)

Wann?
Mittwoch, den 6., 13., 20. und 27. November. Beginn jeweils um 18:00 Uhr, Eintritt frei

Gewinnen Sie eine exklusive Führung durch die AEI-Labore!
Hören Sie bei den Vorträgen gut zu, um möglichst viele Fragen auf den Teilnahmebögen richtig zu beantworten. So haben Sie die besten Chancen auf einen der sechs Plätze für eine exklusive Führung durch Labore des AEI zu gewinnen und darauf, Spitzenforschung aus nächster Nähe zu erleben. Die Führung findet am 27. November im Anschluss an den letzten Vortrag statt.

Mittwoch, 6.11. um 18:00 Uhr
Einsteins Raumzeitwellen messen – virtuelle Besichtigung des Detektors GEO600

Das Gravitationswellen-Observatorium GEO600 befindet sich in Ruthe bei Sarstedt, rund 20 Kilometer südlich von Hannover. Es ist ein Laser-Interferometer mit 600 Meter langen Armen mit dem die AEI-Wissenschaftler nach den von Albert Einstein vorhergesagten winzigen Raumzeitkräuselungen suchen.

Vortrag von Harald Lück

Der Detektor GEO600 in Ruthe bei Hannover ist ein Horchposten ins All der besonderen Art: Auf der Suche nach Gravitationswellen soll er ganz neue Einblicke ins Universum ermöglichen. Albert Einstein sagte Gravitationswellen 1916 in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie voraus. Sie künden von Sternexplosionen, vom Zusammenprall Schwarzer Löcher und sogar vom Urknall selbst. Der experimentelle Nachweis und die Analyse von Gravitationswellen gehören heute zu den größten Herausforderungen der modernen Physik. Bei diesem Vortrag wird nicht nur erklärt, wie der Nachweis von Gravitationswellen unser astronomisches Weltbild verändern wird, Sie können in einer virtuellen Führung auch den Detektor selbst in Augenschein nehmen.

Mittwoch, 13.11. um 18:00 Uhr
eLISA - ein Laser-Interferometer im All

Die geplante LISA-Mission wird Gravitationswellen im Weltall messen. Sie besteht aus drei Satelliten im Abstand von Millionen von Kilometern. Mittels Laserlicht werden die Forscher die winzigen Abstandsänderungen messen, die vorbeirasende Gravitationswellen erzeugen.

Vortrag von Peter Aufmuth

Je größer die Armlänge umso empfindlicher der Gravitationswellen-Detektor. Auf der Erde kann man bestenfalls Detektoren mit 10 Kilometer Armlänge bauen. Außerdem begrenzen seismische Störungen die Empfindlichkeit irdischer Detektoren bei kleinen Frequenzen; es wird nie möglich sein, Gravitationswellen zu messen, deren Frequenzen kleiner sind als 10 Hertz. Aber gerade in diesem Bereich liegen einige interessante Quellen, wie beispielsweise extrem massereiche Schwarze Löcher. Deswegen plant man einen Detektor im All. Dort gibt es keine seismischen Störungen, aber ein ausgezeichnetes Vakuum, und die Armlänge kann beliebig groß sein. eLISA wird aus drei Satelliten im Abstand von einigen Millionen Kilometer bestehen, die Laserstrahlen austauschen. Der Vortrag stellt das Projekt und die Planungen vor; eine Probemission (LISA Pathfinder) soll 2015 starten.

Mittwoch, 20.11. um 18:00 Uhr
Astrophysik auf dem Heim-PC – mit Einstein@Home Radiopulsare entdecken

Mit Einstein@Home auf Android-Geräten kann man nun „nach den Sternen greifen“ und neue Radiopulsare entdecken.

Vortrag von Benjamin Knispel

Neutronensterne sind Himmelskörper der Extreme, die in den spektakulären Explosionen massereicher Sterne entstehen. Sie lassen sich im elektromagnetischen Spektrum von Radiowellen bis hin zur Gammastrahlung beobachten und sind vielversprechende Quellen von Gravitationswellen. Mehr als 300.000 Freiwillige aus aller Welt haben dem verteilten Rechenprojekt Einstein@Home, das maßgeblich am AEI entwickelt wird, bereits ungenutzte Rechenzeit auf ihren Heim-PCs zur Suche nach neuen Neutronensternen zur Verfügung gestellt. Wie auf diese Weise rund 50 neue Radiopulsare entdeckt wurden, wie Sie selbst einen Neutronenstern entdecken könnten und was wir daraus über das Universum lernen können, verrät dieser Vortrag.

Mittwoch, 27.11. um 18:00 Uhr
Quantenkryptographie – vom Paradoxon zum Produkt

Der experimentelle Aufbau einer Quelle für gequetschtes Licht, das die Grundlage für die Quantenkryptographie-Experimente des AEI liefert.

Vortrag von Vitus Händchen

Quantenkryptographie beschäftigt sich mit der absolut sicheren Verschlüsselung von geheimen Nachrichten. Die Sicherheit beruht dabei auf fundamentalen quantenphysikalischen Gesetzen und nicht, wie bei herkömmlichen Verschlüsselungsverfahren, auf der Annahme, dass ein Angreifer nur endliche Rechenleistung zur Verfügung hat. Somit bietet die Quantenkryptographie für die Zukunft eine echte Alternative für die verschlüsselte Übertragung hochgeheimer Daten. In diesem Vortrag werden die grundlegenden Prinzipien der Quantenkryptographie anschaulich dargestellt. Dabei werden zunächst einige quantenmechanische Grundlagen anhand von Beispielen erläutert und dann das erste Verschlüsselungsprotokoll, welches heute bereits auf dem Markt erhältlich ist, vorgestellt. Darüber hinaus wird es einen Einblick in das Projekt "Crypto on Campus" geben, in welchem am Albert-Einstein-Institut in Hannover ein Quantenkryptographiekanal mit gequetschten Lichtfeldern aufgebaut wird.

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