Astronomie mit Gravitationswellen

Aktueller Stand und Ressourcen

Aktuelle Informationen zur Gravitationswellen-Astronomie und zu Kompetenzen am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover und Potsdam.

Nach dem Ende des vierten Beobachtungslauf hat eine Phase begonnen, in der LIGO, Virgo und KAGRA aufgerüstet werden, um danach wieder in Betrieb genommen zu werden. Während der Ausbauphase kann es kurze Zeiträume geben, in denen sich Daten mit geringem Hintergrundrauschen erfassen lassen. Sollten Untersuchungen dieser hochwertigen Daten auf ein außergewöhnliches Gravitationswellen-Ereignis hindeuten, wird ein öffentlicher Hinweis (public alert) veröffentlicht. Derzeit planen die Kollaborationen einen sechsmonatigen Beobachtungslauf mit der Bezeichnung IR1. Dieser soll zwischen Ende Oktober und Mitte November 2026 beginnen. Beide LIGO-Detektoren werden an IR1 teilnehmen, und Virgo und KAGRA werden je nach Verfügbarkeit teilnehmen.

Weitere Informationen zur aktuellen Lage an den einzelnen Detektoren gibt es unter https://observing.docs.ligo.org/plan/.

Letzter Beobachtungslauf O4 (Mai 2023 bis November 2025)

LIGO, Virgo und KAGRA haben am 24. Mai 2023 den 4. gemeinsamen Beobachtungslauf „O4“ begonnen. Er hat bis zum 18. November 2025 um 17:00 Uhr MEZ gedauert. Mit der erhöhten Empfindlichkeit in O4 haben die Detektoren einen größeren Teil des Universums untersucht als in früheren Beobachtungsläufen und so etwa alle 2 bis 3 Tage eine Verschmelzung entdeckt.

O4a: O4a, der erste Teil des Beobachtungslaufs O4, begann am 24. Mai 2023 und endete am 16. Januar 2024 um 17:00 Uhr MEZ.

O4b: O4b begann am 10. April 2024 um 17:00 Uhr MESZ und endete am 28. Januar 2025 um 18:00 Uhr MEZ.

O4c: Der dritte Teil von O4 begann direkt im Anschluss an O4b hat bis zum 18. November 2025 gedauert. Eine Unterbrechung für Wartungsarbeiten an den Instrumenten fand vom 1. April 2025 bis zum 11. Juni 2025 statt.

Nach Auswertung von O4a, dem ersten Teil von O4, sind insgesamt 218 Gravitationswellen-Signale veröffentlicht worden. Davon stammen 128 aus O4a. In O4b und O4c wurden weitere 173 Signalkandidaten gefunden, die derzeit untersucht werden.

Neuigkeiten aus dem vierten Beobachtungslauf (O4)

Simulierte Gravitationswellensereignisse in einem Raster, farblich in Blau- und Grüntönen gehalten, mit Logos unten.

Der neueste Katalog, GWTC-4, enthält 128 neue Kandidaten aus dem vierten Beobachtungslauf und insgesamt mehr als doppelt so viele wie zuvor. mehr

Abstrakte 3D-Visualisierung mit farbigen, wellenförmigen Strukturen und einer zentralen grauen Kugel vor schwarzem Hintergrund.

Ein internationales Team hat mit wesentlichen Beiträgen von AEI-Forschenden erstmals drei Gravitationswellen-Töne im Signal GW250114 identifiziert und die bislang präzisesten Tests der Relativitätstheorie durchgeführt. mehr

Grafische Darstellung der kumulierten Nachweise im Verlauf aller vier Beobachtungsläufe.

Weitere spannende Ergebnisse aus den verbleibenden Teilen von O4 erwartet mehr

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Aktueller Status der Detektoren

Status der Detektoren
Der tagesaktuelle Status aller Gravitationswellen-Observatorien, ihre Empfindlichkeitskurven und astronomischen Reichweiten sind im Gravitational Wave Open Science Center verfügbar. mehr

„LIGO/Virgo public alerts“ für Signalkandidaten

In O4 werden mögliche Gravitationswellensignale (Kandidaten für Verschmelzungen von Doppelsystemen), die von den Forschenden der LIGO-Virgo-KAGRA-Kollaborationen identifiziert werden, nahezu in Echtzeit als „LIGO/Virgo public alerts“ veröffentlicht. Dazu zählen Daten über die Kandidaten, wie die Art des Signals, die Himmelsposition und die geschätzte Entfernung. Professionelle Astronom*innen und Amateurastronom*innen können mit den öffentlichen Beobachtungshinweisen Folgebeobachtungen von Gravitationswellenereignissen planen.

„Public alerts“ im Internet und in Apps

Public alerts werden auf Internetseiten wie GraceDB und Chirp veröffentlicht.

Mit den Apps Astro-COLIBRI und Gravitational Wave Events lassen sich die „public alerts“ auf Android und iOS empfangen.

Letzter Beobachtungslauf: O3 (April 2019 - März 2020)

Am 1. April 2019 begannen die beiden LIGO-Instrumente, der Virgo- und der GEO600-Detektor ihren dritten Beobachtungslauf „O3“. KAGRA nahm zum Ende des Beobachtungslaufs ebenfalls teil. Die Empfindlichkeit der Detektoren wurde in den Monaten zuvor und in den vorangegangenen Testläufen weiter erhöht.

Im Oktober 2019 wurde O3 nach der ersten Hälfte (O3a) für einen Monat für Arbeiten an den Detektoren unterbrochen. Die zweite Hälfte des Beobachtungslaufs (O3b) wurde am 27. März 2020 wegen der Covid-19-Pandemie vorzeitig beendet.

Highlights aus O3

GEO600 und KAGRA beobachten zusammen

Ergebnisse des gemeinsamen japanisch-deutschen Gravitationswellen-Beobachtungslaufs mehr

LIGO, Virgo und KAGRA erhöhen ihren Punktestand auf 90

Der neue Gravitationswellenkatalog enthält 35 neue Signale mehr

Grafische Darstellung von Gravitationswellen, entstanden durch die Verschmelzung eines Neutronensterns und eines Schwarzen Lochs.

Erster sicherer Nachweis dieser seltenen Ereignisse mehr

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AEI-Abteilungen, -Forschungsgruppen unter Leitung von PIs der LIGO Scientific Collaboration

Forschende der LIGO-Scientific-Kollaboration am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam und Hannover sowie an der Leibniz Universität Hannover sind führende Partner in der internationalen Gravitationswellenforschung.

Bild von Prof. Dr. Alessandra Buonanno

Prof. Dr. Alessandra Buonanno

Direktorin | LSC Principal Investigator
Bild von Prof. Dr. Karsten Danzmann

Prof. Dr. Karsten Danzmann

Direktor Emeritus | LSC Principal Investigator
Bild von Dr. Frank Ohme

Dr. Frank Ohme

Forschungsgruppenleiter | LSC Principal Investigator

 

Andere relevante Abteilungen, Forschungsgruppen und Gravitationswellen-Expert*innen am AEI

Bild von Prof. Dr. M. Alessandra Papa

Prof. Dr. M. Alessandra Papa

Max-Planck-Forschungsgruppenleiterin

Materialien für Medienschaffende

Bilder, Filme und Simulationen
Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik kann eine Reihe schöner Bilder, Filme und Visualisierungen von numerischen Computersimulationen zur Verfügung stellen. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie auf der Suche nach Bildern oder Filmen zur Illustration Ihrer Artikel über unsere Forschung sind. Einen Überblick über unsere Materialien finden Sie auch in unserem YouTube-Kanal. mehr

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