Professor Bernard Schutz zum Fellow der Royal Society gewählt

Der Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik wird für seine wegweisenden Beiträge zur relativistischen Astrophysik geehrt

6. Mai 2021

Die Royal Society hat Bernard F. Schutz, ehemaliger Direktor und Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik, zum Fellow gewählt. Jedes Jahr können nur maximal 52 Mitglieder in die nationale Wissenschaftsakademie Großbritanniens gewählt werden. Die Fellows werden aufgrund ihrer wissenschaftlichen Exzellenz in einem Peer-Review-Verfahren auf Lebenszeit gewählt.

„Es ist eine große Ehre für mich, zum Fellow dieser traditionsreichen Akademie gewählt zu werden“, sagt Bernard Schutz, Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) und Professor an der Universität Cardiff. „Ich freue mich sehr über diese wunderbare Anerkennung meiner Forschung und ich bin mir bewusst, wie viel ich all meinen Mitstreitern in unserem faszinierenden Forschungsgebiet verdanke.“

In den 1980er Jahren legten die Arbeiten von Bernard Schutz den Grundstein für die Interpretation der Daten, die die großen Detektoren wie LIGO und Virgo (die damals nur Entwürfe auf dem Reißbrett waren) 30 Jahre später sammelten. Er zeigte, wie man mit Hilfe von Gravitationswellen Entfernungen im Universum messen kann, und wie man davon ausgehend die Expansionsrate des Universums bestimmen kann – eine der grundlegendsten Größen der gesamten Astronomie. Er zeigte auch, wie man die sehr schwachen Gravitationswellensignale aus den Daten extrahieren kann und entwickelte Methoden, die bis heute verwendet werden. Als Schutz nach Potsdam kam, setzte er diese Arbeit fort, und seine Abteilung hat einen beträchtlichen Teil der Datenanalytiker:innen und Spezialist:innen für Supercomputer-Simulationen hervorgebracht, die heute in der Gravitationswellenforschung arbeiten.

Bernard Schutz

Bernard Schutz studierte Physik an der Clarkson University, New York, USA, und promovierte 1972 am California Institute of Technology. Nach 21 Jahren an der Universität Cardiff, Wales, Großbritannien als Dozent und Professor für Physik und Astronomie wurde er 1994 als einer der Gründungsdirektoren an das Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam berufen. Als Direktor der Abteilung Astrophysikalische Relativitätstheorie war er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2014 maßgeblich am Aufbau des Instituts beteiligt. Derzeit ist er Professor für Physik und Astronomie an der Universität Cardiff.
Schutz hat wichtige Prinzipien für die Beobachtung des Universums mit Gravitationswellen entwickelt, die 2015 zu deren direktem Nachweis führten. Für seine Beiträge zur Gravitationsphysik wurde Schutz mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter 2006 die Amaldi-Medaille der Italienischen Gesellschaft für Allgemeine Relativitätstheorie und Gravitation, 2019 die Eddington-Medaille der Royal Astronomical Society und 2020 der Richard A. Isaacson Award in Gravitational-Wave Science der American Physical Society. Im Jahr 2011 erhielt er die Ehrendoktorwürde der University of Glasgow. Bernard Schutz wurde zum Mitglied der US National Academy of Sciences, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der Learned Society of Wales und der Royal Academy of Arts and Sciences, Uppsala, gewählt.

Die Ursprünge der Royal Society liegen in einer 1660 gegründeten Vereinigung von Naturphilosophen und Ärzten. Heute ist die Royal Society die nationale Wissenschaftsakademie Großbritanniens und eine Gemeinschaft von etwa 1.600 weltbekannten Wissenschaftler:innen. Die Fellows werden ausgewählt, weil sie „einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des naturwissenschaftlichen Wissens, einschließlich der Mathematik, der Ingenieurwissenschaften und der Medizin" geleistet haben. Sie werden in einem Peer-Review-Verfahren auf Lebenszeit gewählt.
Das wesentliche Ziel der Royal Society ist es, herausragende Leistungen in der Wissenschaft zu würdigen, zu fördern und zu unterstützen sowie die Entwicklung und Nutzung der Wissenschaft zum Wohle der Menschheit zu fördern.

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