Auszeichnung für Potsdamer Astrophysiker

Prof. Bernard Schutz wird Ehrenmitglied der International Society on General Relativity and Gravitation

10. Juli 2013

Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut/AEI) in Potsdam freut sich über eine besondere Auszeichnung: AEI-Direktor Prof. Bernard F. Schutz wird zum Ehrenmitglied der International Society on General Relativity and Gravitation (ISGRG) ernannt.

Das Auswahlkomitee der wissenschaftlichen Gesellschaft würdigt damit seine

  • wegweisenden wissenschaftlichen Arbeiten: Schutz entwickelte wichtige Grundlagen für die Beobachtung des Universums mit Gravitationswellen. Unter den astrophysikalischen Objekten widmet er seine Aufmerksamkeit insbesondere instabilen rotierenden, relativistischen Sternen.
  • seine führende Rolle bei der Entwicklung von erdgebundenen und weltraumbasierten Gravitationswellen-Observatorien
  • sowie seine Innovationen im Hinblick auf wissenschaftliche Veröffentlichungen: Bernard F. Schutz ist Initiator und Mitherausgeber des Open-Access Online-Magazins www.livingreviews.org, das allen Wissenschaftlern einen unabhängigen und freien Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen ermöglicht. Heute ist Schutz einer der international führenden Experten, die neue und zukunftsfähige Wege für wissenschaftliches Publizieren entwickeln.

Schutz wird die Ehrung am 11. Juli 2013 auf der 20. Internationalen Konferenz über Allgemeine Relativitätstheorie und Gravitation (GR20) entgegennehmen. Die GR20 findet gemeinsam mit der 10. Eduardo-Amaldi-Konferenz zu Gravitationswellen noch bis zum 13. Juli 2013 in Warschau statt und ist das wichtigste internationale Treffen von Gravitationsphysikern aus aller Welt.

Bernard Schutz, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik

„Diese Ehrung ist eine ganz besondere Auszeichnung für mich. Sie unterstreicht auch die Bedeutung der theoretischen Astrophysik für die Gravitationswellenastronomie“, so Prof. Bernard F. Schutz. „Nur durch intensive Zusammenarbeit von Theoretikern und Experimentalisten kann es uns gelingen, Einsteins Gravitationswellen direkt nachzuweisen und so eine neue „Astronomie des Hörens“ zu begründen, die die herkömmliche „Astronomie des Sehens“ ergänzt.“

Prof. Bernard Schutz ist Direktor der Abteilung für Astrophysikalische Relativitätstheorie am AEI. Seine Abteilung widmet sich vor allem der Untersuchung von Neutronensternen, Schwarzen Löchern und den Gravitationswellen, die sie aussenden. Die Abteilung untersucht z.B. die Astrophysik dieser Objekte und entwickelt Datenanalyse-Techniken, um den Nachweis von Gravitationswellen zu ermöglichen.

Schutz ist darüber hinaus als Principal Investigator verantwortlich für die Datenanalyse in der internationalen Arbeitsgemeinschaft erdgebundener Gravitationswellen-Detektoren und Mitglied des wissenschaftlichen Teams, das das weltraumbasierte Gravitationswellen-Observatorium eLISA entwickelt.

Der gebürtige Amerikaner Bernard Schutz ist seit 1995 Direktor am AEI.
Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, ein Fellow der Society of Learned Wales, und ein Mitglied der Royal Academy of Arts and Sciences, Uppsala. Er ist Fellow der American Physical Society und des Institute of Physics (UK). Bernard Schutz hat darüber hinaus bereits die Amaldi Goldmedaille der italienischen Gesellschaft für Gravitation und die Ehrendoktorwürde der Wissenschaft von der Universität Glasgow erhalten.

Die Internationale Gesellschaft für Allgemeine Relativitätstheorie und Gravitation, ISGRG, ist eine internationale wissenschaftliche Gesellschaft, die die Forschung der Allgemeinen Relativität und Gravitation über die Information und den Meinungsaustausch ihrer Mitglieder fördert. Sie wurde 1971 gegründet.

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