Gravitational Wave Physics and Astronomy Workshop in Hannover

GWPAW 2021 findet vom 14. bis 17. Dezember in Hannover statt. Internationale Expert:innen treffen sich, um den aktuellen Stand der Gravitationswellenforschung zu diskutieren

9. Dezember 2021

Die unabhängige Max-Planck-Forschungsgruppe „Kontinuierliche Gravitationswellen“ am AEI Hannover organisiert in diesem Jahr den Gravitational Wave Physics and Astronomy Workshop (GWPAW). Er bringt die weltweit führenden Expert:innen in einem informellen Rahmen zusammen. Vom 14. bis 17. Dezember werden 170 internationale Gäste teilnehmen und sowohl den aktuellen Stand der Gravitationswellen- und Multi-Messenger-Astronomie als auch die Zukunft dieser Forschungsfelder diskutieren. Sie werden in einer hybriden Konferenz zusammenkommen, die in Hannover und online stattfindet. Sie umfasst 10 Keynotes, mehr als 50 Präsentationen und Dutzende von Forschungspostern.

GWPAW 2021 findet vom 14. bis 17. Dezember 2021 in Hannover statt. Der Workshop ist von der AEI-Forschungsgruppe „Kontinuierliche Gravitationswellen“ organisiert.

„Ich bin sehr stolz darauf, dass der Gravitational Wave Physics and Astronomy Workshop 2021 in Hannover stattfinden wird. Diesen Workshop gibt es seit fast 30 Jahren und das ist die Veranstaltung, bei der man sich trifft und die interessantesten Themen der Gravitationswellenphysik und -astronomie diskutiert“, sagt M. Alessandra Papa, Vorsitzende des wissenschaftlichen Organisationskomitees des Workshops und Leiterin der permanenten unabhängigen Max-Planck-Forschungsgruppe „Kontinuierliche Gravitationswellen“ am AEI Hannover, die die Veranstaltung organisiert.

Ein breiter Überblick

Der Workshop bietet in einer informellen und entspannten Atmosphäre einen breiten Überblick über die aktuelle Gravitationswellenforschung und verwandte Gebiete. Während der vier Tage treffen sich die teilnehmenden Forscher:innen in 15 Sitzungen, um Schlüsselthemen und den aktuellen Stand der Gravitationswellenastronomie und der Multi-Messenger-Astronomie zu diskutieren.

Der Status der derzeitigen Gravitationswellendetektoren auf der Erde und ausgewählte aktuelle Beobachtungen – die großen Kataloge mit 90 Signalen ebenso wie einzelne interessante Signale und deren Eigenschaften – werden in mehreren Sitzungen behandelt.

Die Multi-Messenger-Astronomie – die gleichzeitige und gemeinsame Beobachtung dieser Gravitationswellenereignisse mit ihren elektromagnetischen Gegenstücken – und was wir über die kosmischen Ereignisse, die ihnen zugrunde liegen, lernen können, sind weitere wichtige Themen.

Wie sich die Suche nach Gravitationswellensignalen optimieren lässt und wie mögliche elektromagnetische Gegenstücke für Beobachtungen mit anderen Teleskopen schnell identifiziert werden können, ist eine weitere Frage, die die Teilnehmenden des Workshops diskutieren werden.

Alle bisher beobachteten Gravitationswellenereignisse stammen von Verschmelzungen kompakter Objekte, also von Neutronensternen und Schwarzen Löchern. Wie diese Doppelsysteme ursprünglich entstanden sind, ist Thema von zwei Workshop-Sitzungen.

Andere Vorträge bieten einen detaillierten Einblick in unser derzeitiges Verständnis der Neutronensterne. Diese kompakten Überreste von Sternexplosionen und ihr innerer Aufbau sind noch immer nicht gut verstanden. Gravitationswellen und Multi-Messenger-Beobachtungen können neue Wege und Methoden zur Untersuchung dieser Objekte und ihrer extrem dichten Materie eröffnen.

Gravitationswellen eröffnen nicht nur neue Wege zur Erforschung kompakter Objekte, sie bieten auch einzigartige Möglichkeiten, Einsteins allgemeine Relativitätstheorie zu testen und nach einer Physik „jenseits von Einstein“ zu suchen. Darüber hinaus nutzen Wissenschaftler:innen die Kräuselungen der Raumzeit, um große, kosmologische Strukturen in unserem Universum und das frühe Universum kurz nach dem Urknall zu untersuchen.

Eine weitere Reihe von Sitzungen ist künftigen Gravitationswellendetektoren wie der weltraumgestützten Laser Interferometer Space Antenna (LISA) und den Pulsar-Timing-Arrays gewidmet und der Frage, was ihre Beobachtungen uns über die Population kompakter Objekte verraten werden.

Weitere interessante Beiträge

Zur Redakteursansicht