Bild von Dr. Frank Ohme

Dr. Frank Ohme

Gruppenleiter
Beobachtung und Simulation von kollidierenden Binärsystemen
Präzisionsinterferometrie und fundamentale Wechselwirkungen
Standort Hannover
+49 511 762-17171
3401 117

Forschungsinteressen

  • Suche nach Gravitationswellen von verschmelzenden Schwarzen Löchern und Neutronensternen
  • Folgen für die Beobachtungen von Binärsysteme
  • Verbindung von post-Newtonschen Signalen und Daten der numerischen Relativitätstheorie
  • Analytische und numerische Beschreibung von Gravitationswellensignalen von verschmelzenden, kompakten Binärsystemen
  • Signalverarbeitung
  • Methoden der Parameterabschätzung und deren Potential für die Gravitationswellenanalysen
  • Eichbedingungen in der Numerischen Relativitätstheorie
  • Moderne Datenanalyse und -verarbeitungsmethoden, inklusive maschinellem Lernen

Vita

Ich bin im malerischen Thüringen aufgewachsen und studierte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Physik. Dabei war ich 2008 einer der letzten glücklichen Studenten, die ein Diplom bekamen. (Jetzt bekommen alle den Bachelor und Master.)

Meine ersten Erfahrungen in der Gravitationswellen-Datenanalyse sammelte ich dort mit Prof. Schmeißer und arbeitete an einem einjährigen Diplom-Projekt in der Numerischen Relativitätstheorie-Gruppe von Prof. Brügmann. Danach zog ich an das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam; auch bekannt als Albert-Einstein-Institut. Dort verbrachte ich dreieinhalb wundervolle Jahre, in denen ich mich damit beschäftigte, numerische Relativitätstheorie und Gravitationswellen-Datenanalyse zusammenzubringen. Meine Doktorarbeit hatte den spannenden Titel "Bridging the Gap between Post-Newtonian Theory and Numerical Relativity in Gravitational-Wave Data Analysis" (Doktorväter: Bernard Schutz und Badri Krishnan).

Nach ein paar Monaten an dem anderen Albert-Einstein-Institut (dieses mal in Hannover), zog es mich im September 2012 nach Cardiff in Wales.  Hier war ich zunächst Wissenschaftler unter Stephen Fairhurst und später ERC-geförderter “Research Fellow” unter Mark Hannam.

Die Zeit in Cardiff hat mich als Wissenschaftler maßgeblich geprägt. Es war außerdem die Zeit, in der sich die (Gravitations-)Welt verändern sollte. Ich war Teil der internationalen Wissenschaftlergemeinschaft, die am 14. September 2015 die erste Beobachtung von Gravitationswellen durchführte. Mein kleiner Beitrag in diesem riesigen Unterfangen war es zu verstehen, was uns die Wellen über ihren Ursprung - zwei kollidierende schwarze Löcher - verrieten. Und sie verrieten uns eine Menge.

Ich kehrte schließlich an das Albert-Einstein-Institut in Hannover zurück, wo ich eine Unabhängige Max-Planck-Forschungsgruppe etablierte und von 2017 - 2025 leitete. 

Seit 2026 hat diese Forschungsgruppe in Guido Müllers Abteilung Präzisionsinterferometrie und Fundamentale Wechselwirkungen ein permanentes Zuhause gefunden. Hier nutzen wir unser Wissen und unsere Erfahrung im Bereich der Signalmodellierung und -analyse, um die Gravitationswellenastronomie mit verschiedensten Instrumenten und Missionen voranzubringen.

Zur Redakteursansicht