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Dr.  Benjamin  Knispel
Dr. Benjamin Knispel
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Dr. Anna Ijjas
Dr. Anna Ijjas
Forschungsgruppenleiterin

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Die grundlegendsten Fragen über das Universum stellen

Neue Lise-Meitner-Forschungsgruppe „Gravitationstheorie und Kosmologie“ am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Hannover gegründet

20. August 2019

Ab dem 1. September 2019 bereichert die neue Forschungsgruppe „Gravitationstheorie und Kosmologie“, die vom Lise-Meitner-Exzellenzprogramm der Max-Planck-Gesellschaft gefördert wird, das Forschungsportfolio des Instituts. Unter der Leitung von Dr. Anna Ijjas wird sich die Gruppe auf Anwendungen der mathematischen und numerischen Relativitätstheorie konzentrieren, um Theorien zum Ursprung, zur Entwicklung und der Zukunft des Universums und ihre Beziehung zur Physik schwarzer Löcher zu untersuchen.

Die großen offenen Fragen der Kosmologie untersuchen

Dr. Anna Ijjas, Leiterin der neuen Lise-Meitner-Gruppe „Gravitationstheorie und Kosmologie“ Bild vergrößern
Dr. Anna Ijjas, Leiterin der neuen Lise-Meitner-Gruppe „Gravitationstheorie und Kosmologie“

„Ich bin sehr gespannt darauf, eine eigene Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut in Hannover aufzubauen und freue mich wirklich sehr darauf, ans AEI zu kommen“, sagt Dr. Anna Ijjas, Leiterin der Lise-Meitner-Forschungsgruppe „Gravitationstheorie und Kosmologie“ am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover. „Das Lise-Meitner-Exzellenzprogramm stellt eine einzigartige Karrierechance dar und es gibt kaum einen besseren Ort als das Albert-Einstein-Institut, um Gravitationsphysik zu betreiben.“

In ihrer Forschung untersucht Ijjas die großen offenen Fragen der Kosmologie: den Ursprung und die Entwicklung des Universums, seine Zusammensetzung und sein zukünftiges Schicksal, aber auch die Bedeutung für die Gravitationstheorie in anderen Situationen, wo Raumzeit-Singularitäten eine Rolle spielen, wie beispielsweise im Falle von schwarzen Löchern. Dafür vereint sie neuartige theoretische Ideen und Konzepte mit modernen Techniken der mathematischen und numerischen Relativitätstheorie. Das eigentliche Ziel ihrer Arbeit ist es, diese grundlegenden Fragen mittels astrophysikalischer Beobachtungen empirisch zu untersuchen.

Dem kollektiven Wissen etwas Neues beitragen

„Ich darf jeden Tag die grundlegendsten Fragen über das Universum stellen. Das allein ist etwas ganz Besonderes!“, sagt Ijjas. „Am meisten begeistert mich dabei die Aussicht, dem kollektiven Wissen etwas Neues beizutragen und dadurch einen echten Unterschied zu machen.“

„Ich freue mich, dass Dr. Ijjas sich entschlossen hat mit einer der wenigen renommierten Lise-Meitner-Gruppen an unser Institut zu kommen“, sagt Prof. Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik. „Ihre ausgezeichnete Forschungskompetenz passt sehr gut zu anderen Arbeitsgruppen an unserem Institut und erweitert das ohnehin breite Spektrum unserer Forschung zu Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie und darüber hinaus.“


Anna Ijjas ist theoretische Physikerin und arbeitet an der Schnittstelle von Gravitationstheorie und Kosmologie. In Ungarn geboren studierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Nach einem kurzen Abstecher in die Philosophie der Physik, der ihr im Jahr 2010 eine preisgekrönte Dissertation einbrachte, schloss sie ihre (zweite) Promotion in theoretischer Physik im Jahr 2014 an der Humboldt-Universität zu Berlin ab. Ihre Dissertation beruht auf Forschungsergebnissen, die sie als Stipendiatin in Harvard und Princeton erbrachte. Danach wurde sie die erste John A. Wheeler Postdoctoral Fellow am Princeton Center for Theoretical Science und verbrachte die letzten beiden Jahre an der Columbia University und in Harvard als leitende Wissenschaftlerin der „Origins of the Universe“-Initiative der renommierten Simons Foundation. Im Jahr 2019 tritt sie die Stelle einer Lise-Meitner-Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover an.

Kosmische Entwicklung in einem zyklischen Universum: Der Urknall wird durch einen „Rückprall“ ersetzt, aus dem unser Universum als Ergebnis eines gleichmäßigen Übergangs von einer frühen Epoche des Zusammenziehens zur gegenwärtigen Expansionsphase geboren wird. Bild vergrößern
Kosmische Entwicklung in einem zyklischen Universum: Der Urknall wird durch einen „Rückprall“ ersetzt, aus dem unser Universum als Ergebnis eines gleichmäßigen Übergangs von einer frühen Epoche des Zusammenziehens zur gegenwärtigen Expansionsphase geboren wird. [weniger]

Das Lise-Meitner-Exzellenzprogramm der Max-Planck-Gesellschaft

Im Jahr 2018 von der Max-Planck-Gesellschaft ins Leben gerufen, zielt das Lise-Meitner-Exzellenzprogramm darauf ab, herausragende Wissenschaftlerinnen zu gewinnen und ihnen eine chancengerechte Karriere zu ermöglichen. Das Programm will hochmotivierte und engagierte Wissenschaftlerinnen in der Durchbruchphase ihrer Karriere identifizieren und diese Forscherinnen eine strukturierte Entwicklung ermöglichen, um Führungspositionen in der Wissenschaft und insbesondere in der Max-Planck-Gesellschaft zu besetzen.

In der ersten Runde des Lise-Meitner-Exzellenzprogramms bewarben sich rund 300 Kandidatinnen auf Gruppenleitungspositionen. Sie durchliefen einen kompetitiven, mehrstufigen Auswahlprozess und 31 hochqualifizierte Bewerberinnen wurden zu einer persönlichen Vorstellung im Rahmen eines Symposiums eingeladen.

Aufgrund ihrer beeindruckenden bisherigen Forschungserfolge und ihres nachweislich starken Potenzials erteilte die Max-Planck-Gesellschaft zwölf Nachwuchsforscherinnen einen Ruf. Anna Ijjas ist eine von ihnen.

Zukünftige Stars der Wissenschaft

Jede Wissenschaftlerin, die im Rahmen des Lise-Meitner-Exzellenzprogramms ausgewählt wird, erhält das Angebot, an einem Tenure-Track-Verfahren teilzunehmen, das – nach einem positiven Votum der Tenure-Kommission – zu einer dauerhaften W2-Stelle mit Gruppenausstattung führt. Mehr noch: Mit dem Programm spricht die Max-Planck-Gesellschaft die künftigen Stars eines Forschungsfeldes an – in einem sehr frühen Stadium ihrer Wissenschaftskarriere. Erfolgreiche Forscherinnen haben anschließend auch die Chance, Direktorin an einem Max-Planck-Institut zu werden.

 
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