Neues Leitungsteam für die Einstein Telescope Collaboration
Wandel in einem entscheidenden Moment der Gravitationswellen-Forschung
Auf den Punkt gebracht
- Führungswechsel: Die internationale Einstein Telescope (ET) Collaboration gibt einen Wechsel ihres wissenschaftlichen Leitungspersonals bekannt: Am 23. März 2026 tritt ein neues Team das Amt der Sprecher*innen der Kollaboration an. Michele Maggiore und Angélique Lartaux werden gemeinsam als Sprecher und stellvertretende Sprecherin arbeiten.
- Wissenschaftliche Grundlagen: Das neue Führungsteam tritt die Nachfolge von Michele Punturo und Harald Lück an, die den Grundstein für das europäische Gravitationswellen-Observatorium der nächsten Generation gelegt haben.
- Auf dem Weg zur Realisierung: Der Wechsel erfolgt in einer entscheidenden Phase. Gemeinsam wird das neue Team die Kollaboration durch die nächste Phase führen, die in einer Zeit liegt, in der wichtige Entscheidungen über die Realisierung des Einstein-Teleskops anstehen.
Harald Lück, scheidender stellvertretender Sprecher der Kollaboration und leitender Wissenschaftler an der Leibniz Universität Hannover sowie am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut, AEI) in Hannover, sagt: „Ich fühle mich privilegiert, gemeinsam mit dieser bemerkenswerten Community zum Aufbau der Grundlagen des Einstein-Teleskops beigetragen zu haben – von den ersten Ideen bis hin zu der lebendigen und starken internationalen Zusammenarbeit, die wir heute erleben. Da das Projekt nun in eine entscheidende und spannende neue Phase eintritt, bin ich zuversichtlich, dass das neue Team es erfolgreich bis zur Realisierung führen wird.“
Vollständige Pressemitteilung
Die Rolle des AEI beim Einstein-Teleskop
Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut, AEI) mit Standorten in Potsdam und Hannover ist seit langem eine führende Institution in der Gravitationswellen-Forschung und Mit-Initiator des Einstein-Teleskops. Forschende am Institut haben leitende Funktionen innerhalb des Projekts und der Einstein Telescope Scientific Collaboration inne.
Schwerpunkte der Einstein-Teleskop-Forschung am Institut in Potsdam:
- Die theoretische Modellierung von Gravitationswellen-Quellen mit analytischen und numerischen Techniken, sowohl für Schwarze Löcher als auch für Neutronensterne.
- Hochentwickelte und effiziente Methoden zur Datenanalyse, um Rückschlüsse auf die Eigenschaften der Population von Doppelsystemen, den unbekannten inneren Aufbau von Neutronensternen und das Wesen der Schwerkraft zu ziehen.
- Untersuchungen von Ereignissen, bei denen neben den Gravitationswellen-Beobachtungen auch Signale im elektromagnetischen Spektrum zu erwarten sind (Multimessenger-Astronomie).
Schwerpunkte der Einstein-Teleskop-Forschung am Institut in Hannover:
- Die Entwicklung und Tests einer Laserquelle für den ETpathfinder in Maastricht und für das Einstein-Teleskop selbst, die Erzeugung von gequetschtem Licht und dessen Verwendung, sowie die aktive Unterdrückung seismischer Einflüsse auf die Spiegelaufhängungen von ET.
- Der 10-Meter-Interferometer-Prototyp in Hannover ist ein Prüfstand für neue Technologien, die in zukünftigen interferometrischen Gravitationswellen-Detektoren eingesetzt werden sollen.
- Das Projekt „Glass Technologies for the Einstein Telescope“ (GT4ET) mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik hat zwischen 2022 und 2025 miniaturisierte Optomechaniken für ET entwickelt.
Das Einstein-Teleskop
Das Einstein-Teleskop ist ein geplantes Gravitationswellen-Observatorium der dritten Generation, dessen Empfindlichkeit die derzeitiger Detektoren deutlich übertreffen wird. Es wird winzige Verzerrungen der Raumzeit messen, die durch kosmische Ereignisse verursacht werden. So wird es eine neue Ära der Präzisionsastronomie mit Gravitationswellen einläuten und unser Verständnis der Fundamentalphysik, Astrophysik und Kosmologie vertiefen. Europas Observatorium der nächsten Generation zur Gravitationswellendetektion bringt mehr als 2.000 Wissenschaftler*innen aus mehr als 90 Forschungseinrichtungen in über 30 Ländern zusammen und stellt eine Investition von schätzungsweise 2 Milliarden Euro dar.












