Hohe Auszeichnung für den Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik
Die Royal Society verleiht Bernard Schutz die Rumford-Medaille
Bernard Schutz wird für seine Beiträge zur relativistischen Astrophysik, zur Detektion von Gravitationswellen und zur Ausbildung geehrt. Er wird die mit einem Preisgeld von 2.000 £ dotierte Medaille am 1. Dezember 2025 im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der Royal Society in London entgegennehmen.
Bernard Schutz ist bekannt für seine Forschungen zur allgemeinen Relativitätstheorie, insbesondere für seine Beiträge zur Detektion von Gravitationswellen, sowie für seine Lehrbücher. In den 1980er Jahren legte er mit seiner Pionierarbeit den Grundstein für die Interpretation der Daten, die die großen Detektoren wie LIGO und Virgo (die damals noch in der Planungsphase waren) 30 Jahre später sammelten. Er zeigte, wie man mit Hilfe von Gravitationswellen Entfernungen im Universum messen kann, und wie man davon ausgehend die Expansionsrate des Universums bestimmen kann – eine der grundlegendsten Größen in der Astronomie. Außerdem zeigte er, wie man die sehr schwachen Gravitationswellensignale aus den Daten extrahieren kann und entwickelte Methoden, die bis heute verwendet werden. Schutz setzte seine Arbeit in Potsdam fort, wo seine Abteilung einen beträchtlichen Teil der Datenanalytiker:innen und Spezialist:innen für Supercomputer-Simulationen hervorgebracht hat, die heute in der Gravitationswellenforschung arbeiten.
„Ich fühle mich sehr geehrt und bin dankbar für diese prestigeträchtige Medaille, die eine fantastische Anerkennung meiner Forschung darstellt”, sagt Schutz, der emeritierter Professor an der Universität Cardiff ist. Er fügt hinzu: „Benjamin Thompson selbst hat als erster die von ihm gestiftete Medaille erhalten. Er wurde für verschiedene Entdeckungen im Bereich Wärme und Licht ausgezeichnet. Er war es, der das Konzept der Standardkerze einführte – ursprünglich nicht für die Astronomie, sondern für quantitative Experimente mit Licht. Meine Entdeckung, wie man Entfernungen zu Gravitationswellenquellen messen kann, hat diese Quellen zu einer neuen Art astronomischer Standardkerzen gemacht. Sie werden jetzt als „Standardsirenen“ bezeichnet.“
Bernard Schutz studierte Physik an der Clarkson University, New York, USA, und promovierte 1972 am California Institute of Technology. Nach 21 Jahren an der Universität Cardiff, Wales, Großbritannien als Dozent und Professor für Physik und Astronomie wurde er 1994 als einer der Gründungsdirektoren an das Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Potsdam berufen. Als Direktor der Abteilung Astrophysikalische Relativitätstheorie war er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2014 maßgeblich am Aufbau des Instituts beteiligt. Derzeit ist er Emeritus-Professor für Physik und Astronomie an der Universität Cardiff.
Schutz hat wichtige Prinzipien für die Beobachtung des Universums mit Gravitationswellen entwickelt, die 2015 zu deren direktem Nachweis führten. Für seine Beiträge zur Gravitationsphysik wurde Schutz mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter 2006 die Amaldi-Medaille der Italienischen Gesellschaft für Allgemeine Relativitätstheorie und Gravitation, 2019 die Eddington-Medaille der Royal Astronomical Society und 2020 der Richard A. Isaacson Award in Gravitational-Wave Science der American Physical Society. Im Jahr 2011 erhielt er die Ehrendoktorwürde der University of Glasgow. Bernard Schutz wurde zum Mitglied der US National Academy of Sciences, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der Learned Society of Wales und der Royal Academy of Arts and Sciences, Uppsala, gewählt. 2021 wurde er zum Fellow der Royal Society ernannt.
Die Rumford-Medaille wird von der Royal Society für „herausragende Beiträge zur Physik” verliehen. Die Liste der Preisträger liest sich wie ein Who's Who der Physik der letzten 225 Jahre. Zu ihnen zählen Michael Faraday, Louis Pasteur, Pieter Zeeman, Heinrich Hertz und Wilhelm Röntgen.
Der Preis ist nach dem britischen Wissenschaftler Sir Benjamin Thompson, Graf Rumford, benannt. Thompson ist für seine Beiträge zur Thermodynamik und für die Gründung der Royal Institution bekannt. Thompson stiftete den Preis im Jahr 1796 und wurde 1800 selbst mit der ersten Medaille ausgezeichnet.











