Pressekontakt

profile_image
Dr. Benjamin Knispel
Pressereferent AEI Hannover
Telefon:+49 511 762-19104Fax:+49 511 762-17182
Ari Fishkind
IBM Media Relations Manager
Telefon:+1 914 499 6420

IBM

Robert Sanders
Manager of Science Communications
Telefon:+1 510 643 6998

UC Berkeley

Download der Android-Anwendung

Weitere Pressekontakte

Greg Walz-Chojnacki
Web Editor
Telefon:+1 414 229-4454
E-Mail:gwc@...

University of Wisconsin–Milwaukee

Mika Elizabeth Ono
Director of Communications
Telefon:+1 858 784-2052

The Scripps Research Institute

Lisa-Joy Zgorski
Office of the Director, Legislative and Public Affairs
Telefon:+1 703 292-8311

National Science Foundation

Einstein@Home auf Android-Geräten

Helfen Sie mit Ihrem Smartphone bei der Heilung von Krankheiten und der Entdeckung neuer Sterne

Einstein@Home & IBM World Community Grid sind unter den ersten Projekten, die Spitzenforschung auf Android-Geräten ermöglichen

22. Juli 2013

ARMONK, NY, USA & HANNOVER: Nutzer des Android-Betriebssystems können sich nun über weitere Fähigkeiten ihrer Smartphones und Tablets freuen: das Entdecken neuer Sterne und die Suche nach AIDS-Medikamenten.

Dies ist jetzt erstmals möglich, weil Smartphones und Tablets mit Android-Betriebssystem nun ihre anderweitig ungenutzte Rechenkraft der Wissenschaft "spenden" können. Mit der zusätzlichen Rechenleistung der Smartphones werden Forscher von IBM World Community Grid und vom Einstein@Home-Projekt ihre Suche nach Medikamenten und nach unbekannten Pulsaren beschleunigen.

Mit dem sogenannten "verteilten Rechnen" steht Wissenschaftlern bereits jetzt gespendete Rechenkraft zur Verfügung, die sie nutzen, um Simulationen und Datenanalyse durchzuführen. Verteiltes Rechnen erlaubt Freiwilligen und Organisationen mühelos zum wissenschaftlichen Fortschritt beizutragen und bietet den Forschern sehr leistungsfähige, gewissermaßen global verteilte Supercomputer.

Mit Einstein@Home auf Android-Geräten kann man nun "nach den Sternen greifen" und neue Radiopulsare entdecken. Bild vergrößern
Mit Einstein@Home auf Android-Geräten kann man nun "nach den Sternen greifen" und neue Radiopulsare entdecken. [weniger]

Wissenschaft mit Bürgerbeteiligung auf Android-Geräten
Bislang war verteiltes Rechnen auf traditionelle Computer wie Desktop-Rechner oder Laptops beschränkt. Inzwischen sind mobile Geräte wie Smartphones und Tablets jedoch deutlich leistungsfähiger und energieeffizienter geworden und sind weit verbreitet. Derzeit gibt es rund 900 Millionen Android-Geräte mit einer kombinierten Gesamtrechenleistung, die die der größten konventionellen Supercomputer übertrifft. Um diesen Geräten die Teilnahme an verteilten Rechenprojekten zu ermöglichen, wurde nun die zugrunde liegende und an der University of California, Berkeley, entwickelte Software Berkeley Open Infrastructure for Network Computing (BOINC) aktualisiert. Besitzer von Geräten mit Android 2.3 oder neueren Versionen können nun bei wissenschaftlichen Projekten mit Bürgerbeteiligung mitmachen, indem sie BOINC vom Google Play Store herunterladen und dann die Projekte auswählen, zu denen sie beitragen möchten.

Um die Batterielebensdauer zu erhalten, Ladezeiten zu minimieren und den Verbrauch von Download-Kontingenten zu vermeiden, rechnet BOINC auf Smartphones und Tablets nur dann, wenn diese geladen werden, wenn ihre Batterieladung über 90% beträgt und wenn sie mit einem lokalen drahtlosen Netzwerk (WLAN) verbunden sind. Dies sind die Standard-Einstellungen beim ersten Start der Anwendung, die auch vom Benutzer geändert werden können.

Ein Pulsar ist ein kompakter Neutronenstern, der in seinem extrem starken Magnetfeld geladene Teilchen auf relativistische Geschwindigkeiten beschleunigt. Dabei entsteht unter anderem Gammastrahlung (violett) weit über der Oberfläche des kompakten Sternrests, während Radiowellen (grün) kegelförmig über den Magnetpolen ausgesendet werden. Die Rotation schwenkt die Abstrahlungsgebiete über die irdische Sichtlinie und lässt den Pulsar so periodisch am Himmel aufleuchten. Bild vergrößern
Ein Pulsar ist ein kompakter Neutronenstern, der in seinem extrem starken Magnetfeld geladene Teilchen auf relativistische Geschwindigkeiten beschleunigt. Dabei entsteht unter anderem Gammastrahlung (violett) weit über der Oberfläche des kompakten Sternrests, während Radiowellen (grün) kegelförmig über den Magnetpolen ausgesendet werden. Die Rotation schwenkt die Abstrahlungsgebiete über die irdische Sichtlinie und lässt den Pulsar so periodisch am Himmel aufleuchten. [weniger]

Neue Sterne mit Einstein@Home entdecken
Eines der ersten Projekte, das für das verteilte Rechnen auf Android bereit steht, ist Einstein@Home mit einer Suche nach unbekannten Radiopulsaren, die vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover geleitet wird. Android-Nutzer können eine Anwendung unterstützen, die Daten des Arecibo-Observatoriums in Puerto Rico analysiert. Das Programm spürt neue Radiopulsare in den Daten des weltgrößten Radioteleskops anhand ihrer gepulsten Radioemission auf.

Pulsare sind sehr kompakte Sternreste mit extremen physikalischen Eigenschaften. Einige laufen in engen Bahnen mit Begleitsternen und stellen einzigartige Prüfstände für Einsteins allgemeine Relativitätstheorie dar. Die Empfindlichkeit zur Entdeckung neuer Pulsare ist jedoch durch die zur Verfügung stehende Rechenkraft begrenzt. Mehr Rechenleistung wird die Einstein@Home-Suche beschleunigen und empfindlicher machen. So erfahren die Wissenschaftler mehr über die Entwicklung von Sternen und die Geschichte unseres Universums. Darüber hinaus können die Freiwilligen neue Radiopulsare mit ihren eigenen Android-Geräten entdecken.

Medikamente erforschen mit FightAIDS@Home
Als weiteres verteiltes Rechenprojekt für Android-Smartphones und -Tablets startet FightAIDS@Home, das nach effizienteren Mitteln zur Behandlung von AIDS sucht und auf IBM World Community Grid läuft. Das Olson Laboratory am Scripps Research Institute nutzt Rechenmethoden um aussichtsreiche Kandidaten für neue Medikamente zu identifizieren, die die richtige Form und geeignete chemische Eigenschaften haben, um Protease, Integrase oder Reverse Transkriptase zu blockieren. Das tödliche AIDS-Virus benötigt diese drei Enzyme, um zu funktionieren und um sich zu verbreiten.

IBM World Community Grid plant, zukünftig weitere Projekte für Android bereitzustellen. Community Grid hat bereits sowohl Forschung in den Bereichen erneuerbare Energien, Versorgung mit sauberem Trinkwasser und gesunden Lebensmitteln, als auch die Suche nach neuen Medikamenten zur Behandlung von Krebs, Malaria und anderen Krankheiten ermöglicht.

Hintergrundinformationen und Bildmaterial nach dem Seitenumbruch.

 
loading content