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Den Urknall erforschen

Jean-Luc Lehners gründet neue Arbeitsgruppe am Albert-Einstein-Institut

10. Januar 2011

Dr. Jean-Luc Lehners kommt mit einem der begehrten „ERC Starting Grants“ (Fördergeld des Europäischen Forschungsrats) an das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut/AEI) und wird hier während der nächsten fünf Jahre eine Forschungsgruppe zum Thema Stringkosmologie aufbauen.

Der Urknall zählt nach wie vor zu den größten Rätsel der Physik. Um die Entstehung unseres Universums zu begreifen, müssen Teilchenphysik und Kosmologie eng zusammenarbeiten. Die derzeit aussichtsreichste Theorie, die alle physikalischen Kräfte und Teilchen unter einen Hut bringt, ist die Stringtheorie. Die Beschreibung kosmologischer Phänomene innerhalb dieser Theorie steht allerdings noch weitgehend aus. Mit seiner vom Europäischen Forschungsrat geförderten Arbeitsgruppe will Lehners hier für Abhilfe sorgen. Er widmet sich dabei grundlegenden Fragen, wie beispielsweise der, was die Stringtheorie über den Urknall aussagt, und ob dieser wirklich der Anfang des Universums war.

Mustererkennung im Datendschungel
Ein Ziel der Forschung ist es, den Astrophysikern und Astronomen Anhaltspunkte zu liefern, wonach sie in ihren Messdaten Ausschau halten sollen: Gravitationswellen und winzige, beim Urknall entstandene Temperaturschwankungen in der kosmischen Hintergrundstrahlung können Aufschluss über die Entstehung des Weltalls geben. „Gelingt es uns, bestimmte Muster zu identifizieren, so können wir den Astronomen sozusagen die ‚Fingerabdrücke’ von Gravitationswellen oder primordialen Temperaturfluktuationen liefern“, so Lehners. „Mit diesem Wissen können sie dann gezielt ihre Daten nach Signalen durchsuchen, die von der Zeit kurz nach dem Urknall, oder vielleicht sogar davor, stammen.“

„Die Arbeit von Lehners ist nicht nur für unsere Zusammenarbeit mit den experimentell arbeitenden Physikern wichtig, wir versprechen uns vor allem auch ein besseres Verständnis der grundlegenden Theorien und der Kosmologie“, fügt Prof. Hermann Nicolai hinzu, mit dessen Abteilung Quantengravitation und vereinheitlichte Theorien die Arbeitsgruppe Theoretische Kosmologie eng zusammen arbeiten wird.

Dr. Jean-Luc Lehners (geb. 1978 in Luxemburg) studierte Physik und Mathematik am Imperial College in London und an der Universität Cambridge. Er schloss 2005 seine Promotion über ein Thema aus der Gravitationstheorie in London ab. Nach Postdoc-Stellen in Cambridge und Princeton hat der mit vielen Preisen ausgezeichnete Wissenschaftler im Dezember 2010 mit dem Aufbau seiner Arbeitsgruppe am AEI begonnen.

ERC Starting Grants
Im Jahr 2010 hat der Europäische Forschungsrat insgesamt 427 ERC Starting Grants vergeben. Die auf fünf Jahre angelegte Finanzierung einer Arbeitsgruppe für junge Spitzenwissenschaftler ist sehr begehrt und die Konkurrenz ist groß: von knapp 2900 Anträgen wurden nur 15% bewilligt. Im Bereich Physik und Ingenieurwissenschaften wurden 195 Anträge bewilligt, davon 35 in Deutschland. Jean-Luc Lehners wird über die kommenden fünf Jahre mit insgesamt knapp 1,15 Mio. Euro beim Aufbau seiner Forschungsgruppe gefördert.

 
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