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Dr.  Benjamin  Knispel
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Prof. Dr. Karsten Danzmann
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Homepage von Karsten Danzmann

Auszeichnung

Braunschweiger Forschungspreis für Karsten Danzmann

Max-Planck-Direktor und Professor der Leibniz Universität Hannover wird am 28. September von der Stadt Braunschweig und der ForschungRegion Braunschweig e.V. ausgezeichnet

22. August 2018

Prof. Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut; AEI) in Hannover und Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover erhält den mit 30.000 Euro dotierten Braunschweiger Forschungspreis 2018. Die Stadt Braunschweig und die ForschungRegion Braunschweig e.V würdigen mit dem Preis den entscheidenden Beitrag Danzmanns beim Nachweis der Gravitationswellen sowie bei der Entwicklung der dazu benötigten Laser-Technologien.
Prof. Dr. Karsten Danzmann, Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover und Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) Bild vergrößern
Prof. Dr. Karsten Danzmann, Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover und Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) [weniger]

„Ich freue mich sehr über diese Anerkennung unserer Arbeit durch den Braunschweiger Forschungspreis“, sagt Karsten Danzmann. „Er ist eine weitere Auszeichnung für die Beiträge zu diesem revolutionären Durchbruch in der Astronomie, an dem ich gemeinsam mit meinen internationalen Kolleginnen und Kollegen in den letzten drei Jahrzehnten gearbeitet habe.“

„Mit dem Braunschweiger Forschungspreis werden herausragende Forschungsleistungen ausgezeichnet, die Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft voranbringen und auch vernetzen“, erklärt der Braunschweiger Oberbürgermeister Markurth. „Die Gravitationswellenastronomie öffnet ein vollkommen neues Beobachtungsfenster in das Weltall. Ein äußerst spannendes Forschungsfeld, das aber nur eines von vielen ist, denen sich unser diesjähriger Preisträger widmet.“

Technologieschmiede GEO600

Mehr als 1700 internationale Forscher*innen arbeiten gemeinsam am weltweiten Netz der Gravitationswellen-Detektoren LIGO, Virgo, GEO600 und KAGRA. In der GEO-Kollaboration, einem Team von Forschenden der Max-Planck-Gesellschaft, der Leibniz Universität und aus Großbritannien betreibt Danzmann seit Mitte der 1990er Jahre den Gravitationswellen-Detektor GEO600 südlich von Hannover. GEO600 ist ein Entwicklungszentrum für neuartige und fortschrittliche Technologien in der weltweiten Forscher-Gemeinschaft.

Viele Schlüsseltechnologien, die nun in allen großen Gravitationswellen-Detektoren zum Einsatz kommen, wurden bei GEO600 entwickelt und getestet. AEI-Forschende zusammen mit dem Laser Zentrum Hannover e.V. entwickelten, bauten und installierten die Hochleistungslaser im Herzen der LIGO-Instrumente. GEO600 ist der erste große Gravitationswellen-Detektor, in dem entscheidende Verbesserungen im optischen Messprinzip wie gemeinsame Leistungs- und Signalüberhöhung umgesetzt wurden.

Zukunftstechnologie Quetschlicht

GEO600 ist darüber hinaus derzeit der einzige Gravitationswellen-Detektor weltweit, der sogenanntes Quetschlicht einsetzt, um fundamentales Quantenrauschen zu unterdrücken und die Empfindlichkeit bei hohen Frequenzen zu verbessern. Zukünftig werden alle Gravitationswellen-Detektoren auf der Erde solche Quetschlichtquellen wie die von GEO600 verwenden, um ihre Empfindlichkeit weiter zu steigern. Der Virgo-Detektor erhielt Anfang 2018 eine in Hannover entwickelte und gebaute Quetschlicht-Quelle als Dauerleihgabe.

Mit LISA Gravitationswellen im Weltall aufspüren

Danzmann forscht außerdem seit den frühen 1990er Jahren in führender Rolle an LISA (Laser Interferometer Space Antenna), einem Gravitationswellen-Detektor, der 2034 als Mission der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA ins All starten wird. Drei Satelliten spannen dann ein gleichseitiges Dreieck aus Laser-Messarmen mit 2,5 Millionen Kilometer Länge auf und werden niederfrequente Gravitationswellen messen, die sich auf der Erde niemals nachweisen lassen werden. Dass die notwendige Technologie für LISA funktioniert, hat Danzmann in einem internationalen Team mit der überaus erfolgreichen Satellitenmission LISA Pathfinder (2015-2017) bewiesen.

Der Braunschweiger Forschungspreis

Der Braunschweiger Forschungspreis zeichnet international herausragende interdisziplinär erzielte Forschungsergebnisse in den Technik-, Lebens- oder Kulturwissenschaften aus. Ein Engagement für Transfer und Nutzung von Wissenschaft in Wirtschaft und Gesellschaft ist Voraussetzung für die Nominierung. Stifterin des Preisgeldes in Höhe von 30.000 Euro ist die Stadt Braunschweig. Träger des Preises sind die Stadt Braunschweig und der Verein ForschungRegion Braunschweig e.V. Der Braunschweiger Forschungspreis wurde im Herbst 2007 erstmalig vergeben.

Die feierliche Übergabe des diesjährigen Braunschweiger Forschungspreises an Karsten Danzmann findet am 28. September 2018 um 18 Uhr im Kleinen Haus des Staatstheaters Braunschweig statt. Die Anmeldung aller Interessierten für die Teilnahme ist ab sofort möglich an kulturinstitut@braunschweig.de oder per Telefon unter 0531-470-4801.

 
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