Medienkontakt

Dr.  Benjamin  Knispel
Dr. Benjamin Knispel
Pressereferent AEI Hannover
Telefon:+49 511 762-19104Fax:+49 511 762-17182

Wissenschaftlicher Kontakt

Prof. Dr. Karsten Danzmann
Prof. Dr. Karsten Danzmann
Direktor
Telefon:+49 511 762-2356Fax:+49 511 762-5861

Homepage von Karsten Danzmann

Apl. Prof. Dr. Gerhard Heinzel
Apl. Prof. Dr. Gerhard Heinzel
Research Group Leader
Telefon:+49 511 762-19984Fax:+49 511 762-2784

Förderung

Gefördert vom BMBF (Förderkennzeichen 03F0654B)

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Gefördert vom BMBF (Förderkennzeichen 03F0654B) [mehr]

GRACE FO

GRACE Follow-On auf dem Weg zum Start

Erdbeobachtungssatelliten-Tandem GRACE Follow-On mit Gravitationswellen-Technologie an Bord ist unterwegs zum Raketenstart im Frühjahr 2018

12. Dezember 2017

Am 12. Dezember 2017 hat das Satelliten-Duo GRACE Follow-On (GRACE FO) seinen ersten Schritt zur Reise in die Erdumlaufbahn gemacht. Es flog heute per Luftfracht in die USA, wo es im Frühjahr 2018 von der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien ins All starten wird. GRACE FO wird das Schwerefeld der Erde vermessen, um so mit anderen Methoden nicht nachweisbare Bewegungen von Wasser, Eis und Landmassen – Indikatoren des Klimawandels – zu überwachen. Mit an Bord ist ein am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut; AEI) entwickelter Technologiedemonstrator, der die Messung noch genauer machen soll. Zum Einsatz kommt dabei eine für das zukünftige Weltraum-Gravitationswellen-Observatorium LISA entwickelte und in LISA Pathfinder getestete Technologie.

Hannoveraner Gravitationswellen-Technologie für die Geodäsie

Die GRACE-Follow-On-Satelliten vor der Verschiffung bei Airbus. Bild vergrößern
Die GRACE-Follow-On-Satelliten vor der Verschiffung bei Airbus.

„Bei GRACE Follow-On kommt aus der Gravitationswellenforschung stammende Technologie bei der hochpräzisen Vermessung des Erdschwerefelds zum Einsatz,“ sagt Prof. Karsten Danzmann, Direktor am AEI Hannover und Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover. „Damit findet die an unserem Institut durchgeführte Forschung eine wichtige Anwendung in der Geodäsie.“

GRACE Follow-On (Gravity Recovery and Climate Experiment Follow-On) ist eine gemeinsame amerikanisch-deutsche Satelliten-Mission des NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena (Kalifornien) und dem deutschen GeoForschungszentrum (GFZ) in Potsdam. Die Satelliten wurden von Airbus in Friedrichshafen gebaut.

Satelliten-Tandem überwacht das irdische Schwerefeld

Die Mission besteht aus einem Satelliten-Tandem in einer niedrigen polaren Erdumlaufbahn. Die Satelliten vermessen ihren gegenseitigen Abstand von rund 220 Kilometer hochpräzise auf Nanometer genau. Sowohl die örtlichen Details als auch die zeitlichen Veränderungen des irdischen Schwerefeldes lassen sich aus den Schwankungen dieser Abstände ableiten. Diese Veränderungen im Erdschwerefeld wiederum können genutzt werden, um Indikatoren des Klimawandels zu messen. Dazu zählen beispielsweise das Abschmelzen der polaren Eismassen und Veränderungen im Grundwasserpegel.

GRACE Follow-On ist ein Tandem aus zwei Satelliten, die die Erde in einem gegenseitigen Abstand von 220 Kilometern auf der gleichen Bahn in 490 Kilometer Höhe über dem Erdboden umrunden. Die Mission vermisst den Abstand zwischen den Satelliten mit Mikrowellen (blau) und einem neuen Laserinterferometer (rot). Bild vergrößern
GRACE Follow-On ist ein Tandem aus zwei Satelliten, die die Erde in einem gegenseitigen Abstand von 220 Kilometern auf der gleichen Bahn in 490 Kilometer Höhe über dem Erdboden umrunden. Die Mission vermisst den Abstand zwischen den Satelliten mit Mikrowellen (blau) und einem neuen Laserinterferometer (rot). [weniger]

GRACE Follow-On setzt die erfolgreiche GRACE-Mission (2002-2017) fort. Zudem wird das zuvor verwendete Messprinzip der Abstandsmessung mittels Mikrowellen um ein Laserinterferometer erweitert und damit auf Nanometer-Genauigkeit verbessert. Das Laserinterferometer fliegt als Technologie-Demonstrator auf der Satellitenmission mit und ist eine gemeinsame Entwicklung von JPL und AEI Hannover. Das AEI ist verantwortlich für den deutschen Beitrag zum Laserinterferometer und überwacht dessen technische Umsetzung durch SpaceTech GmbH und DLR. Dies beinhaltet insbesondere die Optik mit dem Steuerspiegel, der den Laserstrahl zum entfernten Satelliten zurückschickt.

Erstes Laserinterferometer zwischen zwei Satelliten

Um aus dem im Weltall gemessenen Lasersignal den Abstand der Satelliten präziser als jemals zuvor zu ermitteln, kommt eine am AEI für das zukünftige Weltraum-Gravitationswellen-Observatorium LISA entwickelte Technologie zum Einsatz. Die für LISA entwickelte Messtechnik wurde an die Anforderungen der GRACE-FO-Mission angepasst und ist eine wissenschaftliche Premiere: Erstmals wird ein Laserinterferometer zwischen entfernten Satelliten aufgespannt und zur Längenmessung eingesetzt.

„Mit GRACE Follow-On schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: das erste Laserinterferometer im Weltall ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu LISA, dem zukünftigen Gravitationswellen-Observatorium im All,“ sagt Apl. Prof. Gerhard Heinzel, Gruppenleiter am AEI Hannover. „Und wir setzen die LISA-Technologie zum Nutzen der Erde ein, um entscheidende Indikatoren des Klimawandels noch genauer überwachen und ihn damit besser verstehen zu können.“

 
Zur Redakteursansicht
loading content