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Auszeichnung

Stern-Gerlach-Medaille für Karsten Danzmann

Der Max-Planck-Direktor und Professor der Leibniz Universität Hannover erhält die höchste Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für experimentelle Physik

23. November 2017

Prof. Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut; AEI) in Hannover und Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover wird mit der Stern-Gerlach-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) ausgezeichnet. Er erhält am 7. März 2018 im Rahmen eines Festakts bei der 82. Jahrestagung der DPG in Erlangen die goldene Medaille und eine handgeschriebene Urkunde auf Pergament. Die Stern-Gerlach-Medaille ist die höchste Auszeichnung der DPG für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der experimentellen Physik. Danzmann erhält die Medaille für seine entscheidenden Beiträge zur Entwicklung von Gravitationswellen-Detektoren.
Prof. Dr. Karsten Danzmann, <span>Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover und Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut)</span> Bild vergrößern
Prof. Dr. Karsten Danzmann, Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover und Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) [weniger]

Die Verleihung der Stern-Gerlach-Medaille an Danzmann gab die DPG heute in einer Pressemitteilung bekannt. Danzmanns Arbeiten hätten den ersten direkten Nachweis von Gravitationswellen ermöglicht und dadurch eine neue Ära der Astrophysik eingeleitet, so die DPG in ihrer Begründung.

„Ich bin hocherfreut über diese Auszeichnung durch die Deutsche Physikalische Gesellschaft. Die Stern-Gerlach-Medaille als höchster Preis für Experimentalphysik in Deutschland ist etwas ganz Besonderes“, sagt Karsten Danzmann. „Ich betrachte die Medaille auch als Würdigung der Leistung all derer, die gemeinsam mit mir in den letzten fast 30 Jahren unermüdlich an den Instrumenten gearbeitet haben, die nun erstmals Gravitationswellen-Astronomie ermöglichen.“

Technologieschmiede GEO600

In der GEO-Kollaboration, einem Team von Forschenden der Max-Planck-Gesellschaft, der Leibniz Universität und aus Großbritannien betreibt Danzmann seit Mitte der 1990er Jahre den Gravitationswellen-Detektor GEO600 südlich von Hannover. GEO600 ist ein Entwicklungszentrum für neuartige und fortschrittliche Technologien in der internationalen Gravitationswellenforscher-Gemeinschaft.

Viele Schlüsseltechnologien, die die nie zuvor erreichte Empfindlichkeit der LIGO-Observatorien und die bahnbrechenden Entdeckungen ermöglichen, wurden bei GEO600 entwickelt und getestet. AEI-Forschende zusammen mit dem Laser Zentrum Hannover e.V. entwickelten, bauten und installierten die Hochleistungslaser im Herzen der LIGO-Instrumente. Entscheidende Verbesserungen im optischen Messprinzip wie gemeinsame Leistungs- und Signalüberhöhung wurden zuerst bei GEO600 in einem großen Gravitationswellen-Detektor demonstriert.

Den Weg für die Zukunft der Gravitationswellen-Astronomie bereiten

GEO600 ist darüber hinaus derzeit der einzige Gravitationswellen-Detektor weltweit, der sogenanntes Quetschlicht einsetzt, um fundamentales Quantenrauschen zu unterdrücken und die Empfindlichkeit bei hohen Frequenzen zu verbessern. Zukünftig werden alle Gravitationswellen-Detektoren auf der Erde solche Quetschlichtquellen wie die von GEO600 verwenden, um ihre Empfindlichkeit weiter zu steigern.

Mit LISA Gravitationswellen im Weltall aufspüren

Danzmann forscht außerdem seit den frühen 1990er Jahren in führender Rolle an einem Gravitationswellen-Detektor, der 2034 unter dem Namen LISA (Laser Interferometer Space Antenna) als Mission der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA ins All starten wird. Drei Satelliten spannen dann ein gleichseitiges Dreieck aus Laser-Messarmen mit 2,5 Millionen Kilometer Länge auf und werden niederfrequente Gravitationswellen messen, die sich auf der Erde niemals nachweisen lassen werden. Dass die notwendige Technologie für LISA funktioniert, hat Danzmann in einem internationalen Team mit der überaus erfolgreichen Satellitenmission LISA Pathfinder im Jahr 2016 bewiesen. ESA hat LISA für die L3-Mission im Cosmic-Vision-Programm ausgewählt.

Auszeichnungen für einen Spitzenwissenschaftler

Karsten Danzmann hat für seine Verdienste bereits den Wissenschaftspreis der Fritz Behrens Stiftung 2016, den Wissenschaftspreis Niedersachsen 2016, den Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft 2017 und den Otto-Hahn-Preis 2017 erhalten. Zusammen mit Bruce Allen, Direktor am AEI Hannover, und Alessandra Buonanno, Direktorin am AEI Potsdam, erhielt er den Niedersächsischen Staatspreis 2016. Als Mitglied der LIGO Scientific Collaboration wurde er mit dem Special Breakthrough Prize in Fundamental Physics, dem Gruber Cosmology Prize und dem Prinzessin-von-Asturien-Preis ausgezeichnet.

Stern-Gerlach-Medaille

Die Stern-Gerlach-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Bild vergrößern
Die Stern-Gerlach-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Die Stern-Gerlach-Medaille ist die höchste Auszeichnung der DPG für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der experimentellen Physik. Seit 1993 wird sie jährlich für eine oder mehrere Arbeiten aus dem gesamten Bereich der Physik vergeben. Die Stern-Gerlach-Medaille besteht aus einer handgeschrieben Urkunde auf Pergament und einer goldenen Medaille, die die Porträts von Otto Stern und Walther Gerlach zeigt. Die Medaille entstand 1993 als Aufwertung des von 1988 bis 1992 vergebenen Stern-Gerlach-Preises der DPG.

 
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